Die Zeit fliegt

Nach 3 Wochen ist es da: mein Handy. Nicht das ich es nicht ohne ausgehalten habe, dennoch erleichtert es einiges:
Taxirufe, nach Hause telefonieren und hier und da mal schnell ein Bild zu machen.Nach 3 Wochen hab ich es, das von meinem Gastbruder versprochene Handy.

Seit einer Woche bin ich wieder in der WG…
…und die Zeit rast.
Eben habe ich angefangen den ersten Monatsbreicht zu schreiben und schon ist die nächste Woche vergangen und wir sind bereits fast 6 Wochen da.

In der letzten Woche habe ich mich in meinem Zimmer eingerichtet und umgeräumt:
Mein Bett umgebaut, meine Sachen verräumt und die ersten Nächte in MEINEM Bett geschlafen.

Unter der Woche leite ich einige Practicas am Play in Caballona, dem Fußballplatz von Café con leche. Wir fahren mit dem Moto oder morgens mit Belen auf dem Pick-Up, hinterher noch weitere 5min zu Fuß und wir sind im „parque eco deportivo“ am Fußballplatz
Torwarttraining
Training der U13
mit den Größeren gehe ich zum „fútbol sala“ (dem Futsalplatz)
Auch den Sportunterricht der ganz kleinen 4-6 Jährigen von der Schule Fe y Alegria leiten wir auf dem Sportplatz im Batey.
Gespielt wird Fussball.

Am Donnerstag ist Café con Leche reunion und bereits die ersten Termine für das kommende Jahr werden besprochen.
Die Zeit fliegt.

Am Wochenende fahre ich zusammen mit einigen Lehrerinnen der Schule, Belen, Luz, den Nonnen und den Freiwilligen der Nonnen zu der „Loyola Manresa“.
Eine Anlage mit Seminarräumen, Gebetsräumen, Habitaciones (Schlafzimmern), comedor(Speisesaal), einer Kapelle und einem schönen Palmengarten direkt am Meer zur „retiro“.
Retiro bedeutet Rückzug und das war es für mich auch.
48 Stunden Ruhe.
Schweigen.
Ich Teile mir für 2 Nächste ein Zimmer mit Elias. Wir wechseln kaum ein Wort.
Vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben: 48 Stunden kein Wort aus meinem Mund.
Meditation, Essen, viel Schlaf, Gebete an denen ich auch teilnehme aber für mich eher viel Zeit zum Lesen und Zeit um die ersten Wochen zu verarbeiten.
Zeit um den ganzen Tumult und die Aufregung der Wochen vor meiner Ausreise und die Ankunft in einer neuen Welt zu verarbeiten.

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„Im Schatten der Palmen lesen“

3 Tage ohne das tägliche Chaos auf den Straße, ohne Gequetsche im carro oder der quaqua, ohne ständige Musik, ohne sich Sorgen zu machen sich frei bewegen zu können.
Durch den Garten spazieren und im Schatten der Palmen lesen.

Die neuen Begegnungen, das Ankommen in der Gastfamilie und in der WG, aber auch die bald darufvolgenden Verabschiedung der Vorgänge und der Abschied nach 3 Wochen in der Gastfamilie – das ständige Kommen und Gehen.

Die vielen traurigen, einprägenden und schönen Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse im Batey, in der Schule, mit den Kindern im Projekt, die Armut, der ganze Müll, das wilde Leben auf der Straße, aber auch die Gelassenheit, die Lebensmentalität, das „Fremdsein“ und das „Aufzufallen“, die Anfangsschwierigkeiten mit der Sprache und einigen Umstellungen
sich vor Augen zu führen und einfach sich einmal ein bisschen auszuruhen.

In den letzten Wochen begleiten mich immer wieder große Gefühlsschwankungen.
Da sind die Euphorie, der Genuss, dann wieder die Unsicherheit, das Gefühl noch nicht ganz angekommen zu sein.
Ein bisschen Heimweh, Sehnsucht nach meinem zu Hause, meinen Freunden und meiner Familie. Gedanken über den Sinn unserer Arbeit und den des Projektes.
In einem Moment das Gefühl genau das richtige zu tun. Im anderen Zweifel, ob das alles etwas bringt.
Über die Ungerechtigkeit im Land und auch global, das Scheitern, einige Menschen und ihre Situation zu verstehen zu können, aber auch die Freude und das Erwarten von Ereignissen wie dem Besuch meiner Familie oder Freunde.

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Ein Gedanke zu “Die Zeit fliegt

  1. Die zeit verfliegt – Du wirst sehen wie schnell Du wieder zu hause sein wirst. Aber die erfahrung die Du nun sammelst – das bleibt für immer und Deine scheuklappen werden weiter offen sein wenn Du zurückkommst!
    Bleib dran 🙂

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