Sonnenbrand, zwei Welten und viel Farbe

Heute ist Sonntag und eine arbeitsreiche Woche geht zu Ende.

Ein gewisse Routine und nach den aufregenden ersten Wochen wird manches, wenn man davon sprechen kann, immer mehr zum Alltag.

Von Montag bis Donnerstag leite ich morgens und nachmittags zusammen mit den anderen Trainern, Titi, Dani, Aron und unseren neuen Assistenztrainern Abigail, Charina und Javier, alle drei auch Spieler und Spielerinnen bei Café con Leche, das Training.In der „reunion de los entrenadores“ erstellen wir einen Wochenplan und Teilen uns Trainern die Mannschaften zu. Neben zwei Mädchenmannschaften gibt es die U19, U17, eine U13 und eine U10.

Morgens Schule, danach Hausaufgaben, Mittagessen und je nach Alter Nachmittags oder Abends zum Fußballtraining. Dieser Tagesablauf war selbst mehrere Jahre lang meiner und auch heute der von meinem Bruder und von vielen anderen tausenden Jugendfußballern und Fußballerinnen in Deutschland.

Doch das ist hier anders.
Denn die Schule findet sowohl morgens als auch nachmittags statt.
Zwei verschiedene Zeiten mit unterschiedlichen Schülern.

So gibt es einige die morgens von  8-12 Uhr die Schule besuchen. Für die restlichen Kinder und Jugendlichen beginnt die Schule erst um 13 Uhr und endet am Nachmittag. Sowohl in der primaria (Grundschule) als auch in der secundaria (weiterführende Schule) gehen die Schüler zu unterschiedlichen Zeiten zur Schule.

Demnach kommen die ca 200 Spieler und Spielerinnen von unserem Projekt Café con Leche zu 7 unterschiedlichen Trainingszeiten von Montag bis Donnerstag zum Play in Caballona, um dort Trainieren zu können.

Diese Woche jedoch galt unsere Konzentration und Energie neben der Practica unserem Container direkt neben unseren Plätzen im „Parque Ecodeportivo“ in Caballona. Dieser besteht aus zwei Teilen, dem Büro und dem Teil in dem alle Geräte, Bälle und Fußballschuhe gelagert werden, die sich die Kinder und Jugendlichen vor den Practicas ausleihen könne.

Ausräumen, Sortieren, Schleifen sowie den Container von innen und von außen streichen. 3 Tage lang Arbeiten.

Das Ergebnis, Farbe am ganzen Körper, nach einem Tag an der Sonne schleifen und lackieren einen Sonnenbrand am Rücken aber auch einen immer mehr an Gestalt gewinnenden Container.
Heute bekommt dieser noch das Logo verpasst, nächste Woche kommt hoffentlich das Dach, sodass dieser bis zum Elternabend am 13.11  fertig ist.

Letzte Woche ging es dann am Donnerstag Abend mit einer „guagua“ zusammen mit unserem Team von Café con Leche zum „Plaza de la Bandera“ in Santo Domingo. Ziel, die FCBescola: Fußballschule des FC Barcelona in Santo Domingo.
In unserem Team Spieler der categoria libre, unsere Trainer Titi und Dani, Assistenztrainer Javier, wir Freiwilligen und 4 weitere Trainer der FCBescola die unser Team ergänzten, darunter José einer der Projektgründer von Café con Leche und Trainer bei Barcelona.
Mit Trikots des FC. Sant Pauli, komplett in braun und Flutlicht auf einem perfekten Kunstrasen endete das Testspiel gegen die A-Jugend der FCBescola erfolgreich mit 2:2. Auch wenn es seit dem ich hier bin bereits das 4 Spiel  über 90 Minuten war,war ich danach mausetot.

Vor den Arbeiten am Container und den Spielen bei über 30° Grad auch nach 20 Uhr hatte ich nicht gewusst, dass ein Mensch so schwitzen kann wie ich es tat. Sowohl die Hitze, die starke Sonne und die Moskitos in der Nacht aber auch am Tag machen mir immer wieder zu schaffen.
Ich versuche mit so gut es geht gegen alles zu schützen: Sonnencreme, Mückenspray, Ventilator, sowie nach meinen Erfahrungen in der erste Woche: Vorsicht beim Essen und dem Trinkwasser.

Mückenstiche, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Sonnenbrand sind schwer zu vermeiden.

Gestern bekamen wir dann besuch an unserem Platz in Caballona.
Eingeladen waren 50 Spieler von Café con Leche zu Freundschaftsspielen mit der FCBescola sowie Informationen über des Projekt Café con Leche.

Kurz vor 9 Uhr dicke Jeeps, teure Autos, am Steuer oft nicht die Besitzer selbst.
Ein großer Reisebus, Kinder und Jugendliche mit Smartphones die Eltern mit der teuersten Kleidung und das alles bei uns in Caballona, an einem Platz der aus Erde, Matsch,  und an einigen Stellen aus Gras und hin und wieder aus Kuhscheiße besteht.

Zwei Welten die aufeinandertreffen.

Ein Sportsozialprojekt namens Café con Leche mit Kindern und Jugendliche aus den Armenvierteln Caballona und dem Batey Lecheria, die teilweise nicht ausreichend zu essen haben.

Sowie Spieler der Fußballschule des FC Barcelona, eine kommerzielle Fußballschule mit unwirklichen Monatsbeiträgen, die die Eltern zu zahlen haben, damit ihre Kinder hoch professionelles Training bekommen.

Kinder und Jugendliche die für jedes Training 30min zum Platz und wieder zurück laufen müssen, und wenn sie zu spät kommen nicht mit trainieren dürfen mit Kindern und Jugendlichen die teilweise von eigenen Chauffeur zum Training gefahren werden.

Kinder und Jugendliche die sich ihre Fußballschuhe für jedes Training neu ausleihen müssen mit Kindern und Jugendlichen, für die Nike, saubere Fußballschuhe, und teure Autos selbstverständlich sind.

Kinder und Jugendliche die zum Teil mit Hunger zum Training kommen mit Kinder und Jugendlichen die ihre Bananen, eisgekühlte Getränke und Donuts von den Trainern zum Platz gebracht bekommen. Ein verrücktes Bild von zwei Welten die aufeinandertreffen. Ein Bild von zwei Welten in der dominikanischen Republik.

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Im Container am „schaffen“
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Malermeister

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Vortrag über Café con Leche
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Gruppenfoto: Café con Leche mit der FCBescola

 

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2 Gedanken zu “Sonnenbrand, zwei Welten und viel Farbe

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